Der Jakobsweg und Hape Kerkeling - Filmpremiere in Berlin

Von Edelgard Richter

 

Hape Kerkeling auf dem Jakobsweg

 

Nach dem Besteller „Ich bin dann mal weg“ von Hape Kerkeling wurde nunmehr ein Film gedreht. Devid Striesow ist auf der Leinwand Hape Kerkeling und man kann fast denken, er ist es selbst. Unter der Regie von Julia von Heinz ist ein abendfüllender Film von 100 Minuten Länge entstanden, in dem der Protagonist auf dem Jakobsweg rund 800 Kilometer nach Santiago de Compostela wandert. Der Zuschauer wandert mit und erlebt sehr abwechslungsreiche Landschaften, die von den Bergen der Pyrenäen bis zu den kargen und heißen Fluren Spaniens reichen und von der Kamera in wunderschönen Bildern eingefangen wurden.

 

Interessant sind auch die kleinen Rückblenden, die den jungen Hape Kerkeling auf seine Weg ins Show Business zeigen, wobei nicht verschwiegen wird, wie sehr der Tod der Mutter dem Kind zugesetzt hat.

 

Eindrucksvoll sind die Bilder von den unterschiedlichen Herbergen für die Pilger, die hoffnungslos überfüllt sind und den Pilger Hape doch lieber in Hotels übernachten läßt.

 

 

 

Enttäuschend, wenn der Gottsucher auf seinem Weg den Jakobsweg per Anhalter oder mit dem Bus bewältigt. Dies nicht nur, weil der Weg teilweise sehr beschwerlich ist, sondern auch um die malträtierten Füße, wundgelaufen und mit Blasen, zu schonen.

 

Schon im französischen Saint-Jean-Pied-de-Port hat Hape zwei Pilgerinnen kennen gelernt, denen er an unterschiedlichen Orten immer wieder begegnet: Stella (Martina Gedeck), die den Jakobsweg schon mehrmals gewandert ist, so auch mit ihrer Tochter, die inzwischen an Krebs verstorben ist, und die englische Journalistin Lena (Karoline Schuch). Beide Frauen möchten jedoch allein weiter wandern.

 

 

Auf dem berühmten Hügel, aus dem die Pilger Steine als Symbol dafür aufschichten, dass sie nun ihre Lasten abwerfen, findet Hape zu sich selbst und weiß nun, dass er in Zukunft allein klar kommt. Und wieder trifft er auf Stella und Lena, die er vor zwei aufdringlichen Pilgern bewahren kann. Alle drei wandern gemeinsam weiter. Schließlich gesteht Hape Lena, dass er schwul ist. Später übernachten sie beide sogar im gleichen Zimmer.   

Letztendlich kommen alle Drei wohlbehalten in Santiago de Compostela an, wo Stella vor der beeindruckenden Kathedrale von Santiago de Compostela überraschend von ihrem Mann erwartet wird. Hier, wie auch in Roncesvalles, Pamplona, Picos, León, Ponferrada, Castrillo und Acebo, den Orten entlang des Jakobsweges, sind Einwohner und Pilger lebensecht zu sehen, so daß der Zuschauer einen Eindruck von der in diesen Städten herrschenden Atmosphäre gewinnt.

 

Als Fazit der Wanderung auf der Suche nach sich selbst, stellt Hape schließlich fest, daß er Gott gefunden hat.

 

 

Kinostart war am 24. Dezember 2015.  

 

Dela Press/ E. R.  12-2015