DB- Innovationen: Neuer Streckenabschnitt der S-Bahn in Strausberg und ICE - Beschleunigung 2016

Von Edelgard Richter



Ein neuer Streckenabschnitt


Ab 13. Dezember 2015 fährt die S-Bahn zwischen Strausberg und Strausberg-Nord im 20-Minuten-Takt. Möglich wird dies durch den teilweise zweigleisigen Ausbau der Strecke, was insbesondere für die Berufspendler attraktiv ist. Die Fahrt in die Berliner City dauert nun rund 45 Minuten. Die S-Bahn Berlin rechnet dadurch mit einem Fahrgastzuwachs von bis zu 25 Prozent.


In sechsmonatiger Bauzeit stellte die Deutsche Bahn zwischen Strausberg und Hegermühle einen 2,2 Kilometer langen Begegnungsabschnitt fertig. Moderne elektronische Stellwerkstechnik und ein neues elektronisches Zugsicherungssystem verbessern die Verfügbarkeit und Zuverlässigkeit der Infrastruktur. An der Garzauer Straße entstand eine neue Brücke über die Gleise. Die Investitionskosten in Höhe von 8,7 Millionen Euro trug das Land Brandenburg.


Peter Buchner, Vorsitzender der Geschäftsführung der S-Bahn Berlin, zeigte sich mit der Nachfrageentwicklung entlang der Linie S5 sehr zufrieden. „Die S5 gehört zu den Top 3 unter den S-Bahnlinien. Der Ausbau der Schieneninfrastruktur stärkt Strausberg als Wohn- und Wirtschaftsstandort. Jetzt sind die Einwohner im Landkreis Märkisch-Oderland am Zuge, das neue Angebot auch zu nutzen. Bislang fahren rund 7.000 Fahrgäste täglich zwischen Strausberg und Strausberg-Nord. Ein Wachstumspotential von 25 Prozent halte ich für realistisch“.


Der neue 20-Minuten-Takt gilt montags bis freitags von zirka 5.15 Uhr bis 20.30 Uhr, samstags von zirka 9.15 Uhr bis 19.15 Uhr und sonntags von 11.15 Uhr bis 19.15 Uhr. Positiv bewertet S-Bahnchef Buchner, dass das Land Brandenburg die Finanzierung der zusätzlichen Verkehrsleistungen über die Hauptverkehrszeiten hinaus für weite Teile des Tages ermöglichen konnte.


Die Stadt Strausberg betrachtet das erweiterte S-Bahn-Angebot auch als Chance für den berlinnahen Tourismus. Bürgermeisterin Elke Stadeler freute sich daher zur feierlichen Inbetriebnahme der Ausbaustrecke am dritten Advent auf viele Gäste aus der nahen und fernen Nachbarschaft. Gemeinsam mit Brandenburgs Infrastrukturministerin Kathrin Schneider, VBB-Geschäftsführerin Susanne Henckel, dem Konzernbevollmächtigten der Deutschen Bahn für das Land Brandenburg, Joachim Trettin, und S-Bahn-Finanzgeschäftsführer Bastian Knabe schickte sie den ersten Zur im neuen Takt um  11.19 Uhr vom Bahnhof Strausberg auf die Reise nach Strausberg-Nord. Zum Einsatz kommt der im Juni 2015 am gleichen Ort auf den Namen der Stadt getaufte Zug.


Die S-Bahn Berlin lädt alle Interessierten am 13. Dezember 2015 ein, das neue Angebot unverbindlich zu testen. Die Mitfahrt zwischen Strausberg und Strausberg-Nord ist den gesamten Tag über gratis.


E.R./Dela Press


ICE: schneller am Zielort 2016

Von Edelgard Richter


2016 bringt weitere ICE- Reiseerleichterung: Durch die Inbetriebnahme der neuen Schnellfahrstrecke zwischen Erfurt und Halle (Saale)/Leipzig verkürzt sich die Reisedauer um bis zu 60 Minuten auf der ICE-Linie Wiesbaden-Frankfurt/Main-Erfurt, Leipzig, Dresden. Zusätzlich wird auch eine neue schnelle ICE-Linie von Frankfurt über Erfurt und Halle nach Berlin eingerichtet. Hier fahren die ICE ab Frankfurt vier Mal, ab Erfurt insgesamt sechs Mal pro Tag und Richtung. Die neue Strecke schafft auch für viele Kunden in Südwestdeutschland schnellere Umsteigeverbindungen. So kommen Reisende aus Stuttgart, Freiburg und Mannheim künftig deutlich schneller nach Leipzig und Dresden.


Mit dem Fahrplanwechsel am kommenden Sonntag, 13. Dezember, wird die neue Fernverkehrsoffensive der Deutschen Bahn (DB) konkret erlebbar sein. Durch die neue Infrastruktur und zusätzliche ICE-Sprinter-Verbindungen werden viele Bahnreisende in Zukunft schneller ihr Reiseziel erreichen.


Nach und nach wird das ICE-Sprinter-Netz ab dem 13. Dezember 2015 ausgeweitet. Diese Verbindungen sind schneller als das bestehende Taktangebot und ermöglichen Reisezeiten zwischen Metropolen von unter vier Stunden. Zusätzliche ICE-Sprinter gibt es auf den Strecken Berlin-Frankfurt /Main und Frankfurt-Hamburg. Auch bestehende ICE-Fahrten, wie beispielsweise zwischen Düsseldorf/Köln und Frankfurt sowie zwischen Stuttgart und Frankfurt, die schneller als das übliche Angebot sind, verkehren künftig als ICE-Sprinter. Ab Fahrplanwechsel am 13. Dezember entfällt bei den ICE-Sprintern sowohl der Sprinter-Aufpreis in Höhe von 11,50 Euro als auch die Reservierungspflicht.


Mit dem Fahrplanwechsel gibt es auch zahlreiche neue und schnellere Möglichkeiten, ins Ausland zureisen. So wird die Anzahl der Direktverbindungen Hamburg-Prag von zwei auf vier pro Tag und Richtung ausgeweitet und um rund 15 Minuten beschleunigt. Reisende nach Ungarn profitieren von der Fahrzeitverkürzung zwischen München und Budapest.


Die zweistündlichen railjet-Züge sind auf dieser Strecke künftig rund 30 Minuten schneller am Ziel. Bessere Fernverkehrsanschlüsse in Stuttgart und Zürich ermöglichen auf der Gäubahn Zürich-Singen-Stuttgart bis zu 30 Minuten schnellere Umsteigeverbindungen ins Fernverkehrsnetz, beispielsweise nach Berlin, Köln, Nürnberg, Chur oder Mailand. Außerdem gibt es ab Fahrplanwechsel die neue Möglichkeit, ab Hamburg über Frankfurt/Main umsteigefrei mit dem ICE nach Chur zu reisen.


(E.R. (Dela Press)



Nürnberg- Ursprungsort der Eisenbahn 

Von Edelgard Richter

 

Mit der ersten Fahrt der Lokomotive „Adler“ am 7. Dezember 1835 von Nürnberg nach Fürth begann die Ära der Eisenbahn in Deutschland. Damals konnten die Fahrgäste noch wählen: Entweder eine schnelle Fahrt mit 30 km/h mit der Dampflok oder eine langsamere Fahrt, bei der anstelle der Lokomotive Pferde vor den Waggon gespannt wurden. Die Preise waren gleich.

 

Angeblich warnten Ärzte in einem Gutachten vor dem „Geschwindigkeitsrausch“, der körperliche Gebrechen zur Folge haben sollte. „Die raschen Bewegungen können nicht verfehlen, bei den Passagieren die geistige Unruhe, „Delirium furiosum“ genannt, hervorzurufen.

 

Diese Sätze aus einem Gutachten eines Königlich Bayerischen Medizinalkollegiums wurden immer gerne zitiert, um die Fortschrittsfeindlichkeit zu illustrieren. Es hat nur einen Fehler: Ein solches Gutachten hat es nie gegeben. Die Geschichte wurde 1875 von dem Historiker Heinrich von Treitschke erfunden und geistert seitdem durch die Welt.

 

1836 mußte ein Bierbrauer für zwei Bierfässer, die er auf der Strecke Nürnberg – Fürth transportieren wollte, auch zwei Fahrkarten 3. Klasse kaufen.

 

Die Lokomotiven wurden seinerzeit lediglich in England gebaut. Sie wurden zu einem außerordentlich begehrten Exportartikel, weil auf dem Kontinent kein Unternehmen die Technik beherrschte. Der führende Lokomotivbauer in England, die Firma Stephenson legte das Spurmass auf 4 Fuss, 8 ½ Zoll für ihre Lokomotiven fest. Daraus ergab sich die Spurweite von 1.435 Millimeter, die sich allgemein durchsetzte. Lediglich die Schienen in Russland haben eine Breitspur von 1.520 Millimeter. Allerdings gibt es die Breitspur-Schienen auch im Ostseehafen Sassnitz-Mukran, um die Eisenbahnfähren von und nach Russland bedienen zu können.

 

Schwierig war es im 19. Jahrhundert mit den Fahrplänen der Bahn. Damals wurde die Uhrzeit noch nach dem Sonnenstand bestimmt. Erst in der zweiten Hälfte des

19. Jahrhunderts führten einige Bahngesellschaften eigene Eisenbahnzeiten ein, die neben den jeweiligen Ortszeiten galten. Jedoch wichen diese fünf Eisenbahnzeiten voneinander ab. In Deutschland fuhren die Züge damals nach Berliner, Karlsruher, Ludwigshafener, Stuttgarter und Münchener Zeit. Erst mit der Einführung der Mitteleuropäischen Zeit (MEZ) 1893 gab es für Deutschland eine einheitliche Uhrzeit und das Durcheinander der Fahrpläne bei der Eisenbahn hörte auf.

 

Im 19. Jahrhundert waren drei, in Preussen sogar vier Wagenklassen üblich. Die 4. Klasse wurde 1928 abgeschafft. Die „Dreiklassengesellschaft“ fand 1956 europaweit ihr Ende. Seitdem gibt es nur noch die 1. und die 2. Klasse.

 

Lange Zeit wurde mit Dampf als Antrieb gefahren; erst ab 1930 gab es in Deutschland Diesellokomotiven und Dieseltriebwagen, die nach dem Zweiten Weltkrieg vermehrt eingesetzt wurden. Mit der Ölkrise 1973 ging diese Ära zu Ende.

 

Versuchsweise hatte man 1931 einen Schienen-Zeppelin gebaut, ein Dieseltriebwagen, der von einem hölzernen Flugzeugpropeller angetrieben wurde. Er stellte mit 230 km/h damals einen Geschwindigkeitsweltrekord auf. Es wurde jedoch nur ein Exemplar gebaut, das schon 1939 verschrottet wurde.

 

 

Der flächenmäßig größte Bahnhof in Deutschland ist der Leipziger Hauptbahnhof. Er wurde auf dem Gelände von Thüringer, Magdeburger und Dresdner Bahnhof erbaut. Diese Bahnhöfe wurden von der preußischen und der sächsischen Eisenbahngesellschaft betrieben und im Zuge des Neubaus abgerissen. Am 4. Dezember 1915 wurde der neue Hauptbahnhof eingeweiht. Die Leipziger drängten sich an den Absperrgittern um die großen Dampfloks zu sehen und den neuen Bahnhof zu besichtigen. Die sechsschiffige Bahnsteighalle mit der 270 Meter langen Querbahnsteighalle und 26 Gleisen war aber auch sehenswert. Der neu gebaute Kopfbahnhof wurde von zwei Gesellschaften genutzt: Der preußischen und der sächsischen Staatseisenbahn. Das war schon kurios: Fahrtkartenschalter, Wartesäle und auch die betrieblichen Strukturen waren alle doppelt vorhanden. Die westliche Seite war preußisch; die östliche sächsisch, was heutzutage auch noch an den spiegelbildlich gebauten Eingangshallen erkennbar ist. 1998 wurde der Leipziger Hauptbahnhof modernisiert und es entstanden auf drei Etagen 140 Geschäfte und Restaurants, die von 9.30 bis 22.00 Uhr geöffnet sind.

Bundesvereinigung Logistik zum Jahresende 2015

  Von  Edelgard Richter

 

Treffen der BVL Regionalgruppe Logistik

 

Zum Jahresabschluss trafen sich auf Einladung des BVL-Regionalgruppensprecherteams die Mitglieder der Regionalgruppe Berlin-Brandenburg der Bundesvereinigung Logistik (BVL)  in den Räumen der Industrie-  und Handelskammer Berlin.

 

Nach Begrüßung der Anwesenden durch Professor Dr.-Ing. Wolf-Christian Hildebrand  informierte Christian Wiesenhütter, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK, über die Verkehrssituation im allgemeinen. Er konnte bestätigen, die daß Sanierung der nördlichen Landebahn am Flughafen Schönefeld abgeschlossen ist und die Passagierzahlen ständig wachsen. Das Terminal alt in Schönefeld soll daher auch nach der Eröffnung des neuen Flughafens erhalten bleiben. Im nächsten Jahr wird der Ausbau des Zentralen Omnibusbahnhofs (ZOB) erfolgen, da der Linienbusverkehr stark gewachsen ist. Inzwischen wurde im Rahmen des Projekts Ausbau Ost die Bahnstrecke Halle/Leipzig-Erfurt in Betrieb genommen; beim Wasserstraßenausbau bleibt der Bund weiterhin in der Verantwortung. Inzwischen hat Berlin eine Straßenbahnstrecke mit Oberleitung ausgeschrieben, wobei in Katar Straßenbahnen ohne Oberleitung fahren. Dann berichtete Wiesenhütter über die Schwierigkeiten, dem Landesamt für Gesundheit und Soziales ein Wohnheim der IHK für die Syrien-Flüchtlinge zur Verfügung zu stellen. In diesem Fall konnte seit einigen Monaten noch keine abschließende Entscheidung getroffen werden. Zum Abschluß seiner Ausführungen bat er um Praktikerplätze für Syrienflüchtlinge.

 

Im Anschluß daran gaben Professor Dr. Hildebrand und Ute Bankwitz einen Überblick über die Aktivitäten der Regionalgruppe Berlin-Brandenburg im Jahr 2015 und einen Ausblick auf geplante Veranstaltungen im nächsten Jahr.  So wird am 24. Januar 2016 das Treffen der Regionalgruppe wiederum bei der Behala stattfinden. Das Thema des Abends wird lauten: City-Verkehre bzw. Wirtschaftsverkehr.  

 

Danach folgte ein sehr interessanter Vortrag von Professor Harald Gleißner, Institut für Logistik (IfL), über eine Studie zum Status quo und der Entwicklung des Werkverkehrs, die zusammen mit der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin (HWR) durchgeführt wurde.

 

Werkverkehr definiert sich durch Lieferung mit eigenem Kraftfahrzeug, eigenem Personal und für eigene Zwecke. Bevorzugt wird der Sattelzug bei größeren Lieferungen. An der Befragung haben 97 Unternehmen teilgenommen. 

 

Werkverkehr ist unverzichtbar für die Belieferung von Filialbetrieben mit Spezialfahrzeugen zu nicht festgelegten Zeiten, wobei ein besonderer Service möglich, z. B. Ausladen, möglich ist. Manche Unternehmen haben den Werkverkehr an Tochterunternehmen ausgegliedert. In den Jahren 2005 bis 2014 blieb der Werkverkehr insgesamt stabil und wurde von Handel und Industrie, Dienstleistungsunternehmen und Handwerk wahrgenommen, insbesondere mittelgroße Firmen waren mit 69 Prozent daran beteiligt; Firmen mit über 500 Mitarbeitern zu 12 Prozent. Transportiert wurden Baustoffe, Lebensmittel, Brennstoffe, Gefahrgut, Futtermittel, Glaswaren, Möbel, Küchen, Presseerzeugnisse, Blumen, Pflanzen und Rohstoffe (z. B. Stahl).

 

Bei allen diesen Erzeugnissen war der Grund des Werkverkehrs die kurzfristige Anlieferung, die Qualität der Betreuung bzw. die Dienstleistung bei der Lieferung (z. B. Möbel aufstellen oder fest vereinbarte Lieferzeiten). Auch saisonale Schwankungen können durch den Werkverkehr besser ausgeglichen werden als mit Fremdverkehr. Für den Werkverkehr spricht auch die Zuverlässigkeit und das Know how des Personals, die sichere Auslieferung von Lebensmitteln und die Pünktlichkeit als Qualitätsmerkmal.  

 

Die Entwicklung des Werkverkehrs bis 2020 bleibt stabil; das Transportaufkommen wird eine moderate Steigerung erfahren und die Fahrzeugflotte wird kaum Veränderungen unterliegen. Im Großen und Ganzen ist die Auslastung hoch, kann aber bei besonders eiligen Lieferungen differieren.

 

Dela Press/ E.R. 12-15