(Prof.) Dr. med. Max-Otto Bruker: Krankheiten, die durch das Leben bedingt sind - mehr als ein Nachruf

Zum Tod von Max-Otto Bruker: Krankheiten, die durch das Leben bedingt sind - Mehr als ein Nachruf

 

Von Ramin Rowghani 

 

 Eigentlich sollte dieser Artikel die Lehre von Max-Otto Bruker darstellen, nun kam uns sein Tod zuvor und er wird in überarbeiteter Form zum Nachruf umgewandelt.  Es gibt viele Personen, an denen wir uns während unseres Lebens orientieren, es gibt aber wenig Leute, an die man täglich denken muß, da jede Orientierungsfigur immer nur Teilaspekte abdeckt. Bei Bruker ist man täglich mit ihm und seiner Lehre konfrontiert – vorausgesetzt man hat sich mit ihm befaßt und seine Lebensideale für sich verstanden und angenommen.

 

„Ernährungsarzt“ oder „Ganzheitsmediziner“ sind Begriffe, die immer nur Teilaspekte der Brukerschen Wissenschaft widerspiegeln, er hinterläßt ein viel größeres Vermächtnis, da seine Lehre auf unser gesamtes Leben Einfluß nehmen wird, wenn wir einen Aspekt für uns zur Maxime setzen: Alt werden und dabei gesund bleiben.

 

Max - Otto Bruker, der stille, bescheidene Schwabe starb gesund im Januar 2001 im Alter von 91 Jahren und hinterläßt nicht nur vier Kinder, sondern eine Lebens - Lehre, die ganze Generationen prägt. Er selbst befolgte konsequent seine zahlreichen Theorien vom Leben und ging somit mit bestem Beispiel voran. Das Resultat ist ein Mensch, der alt wurde und dabei nicht krank war und es nicht versäumte der Welt etwas wesentliches zu hinterlassen.

 

Ich selbst bin Bruker 1991 das erste Mal in Berlin im Restaurant Lusiada am Kurfürstendamm in Halensee, ein Steinwurf unserer Redaktion entfernt,  begegnet, er war Mitglied einer Expertenrunde im SFB zum Thema „Fleisch und Gesundheit“. Bruker war damals schon ein alter Mann und ich glaube, daß ihn die meisten Menschen nur als Alten kennengelernt hatten. Dies ist auch nicht verwunderlich bei diesem langen Leben und bei seinem Vermächtnis, das er erst nach jahrzehntelanger praktischer und wissenschaftlicher Tätigkeit im hohen Alter immer wieder geprüft vorstellen konnte. Es folgten zahlreiche Begegnungen in Berlin und auch in Lahnstein, seiner letzten Wirkungsstätte. Wenn Bruker ohne irgend ein Manuskript im Stehen einen 2 ½-Stundenvortrag hielt, dann gehörte es dazu, daß anschließend jeder seine persönlichen Fragen stellte und er sie gründlich und ursächlich beantwortete. Keine Frage schien ihm so banal, daß er sie in der Oberfläche mit ein paar Schlagwörtern abtat. Wenn sich dann solch ein berüchtigter „Bruker-Vortrag“ zu einer „6-Stunden-Konferenz“ ausweitete und er (noch immer stehend) individuell per Wort therapierte, dann wies seine Geschäftsführerin Ilse Gutjahr darauf hin, daß persönliche Briefe an Dr. Bruker gerichtet werden sollen, was Bruker selbst dann stets kommentierte mit: “Ich habe den Ehrgeiz entwickelt, jeden Brief persönlich zu beantworten!“ Ich konnte mich selbst davon überzeugen und habe seit 1992 bis 2000 einen regen Briefwechsel vorzuweisen.

 

„Jede Krankheit hat Ihre Ursache(n), auch wenn sie noch so unklar und unerforscht ist, davon bin ich fest überzeugt. Meistens liegt sie in der Lebensführung des Menschen, die wiederum abhängig ist von der Seele und von der Nahrung, die er täglich zu sich nimmt. Meistens spielt sich das Krankheitsgeschehen in beiden Bereichen gleichzeitig ab. Man könnte sagen, der Mensch ist in seiner Seele erkrankt und lebt daher falsch, er ernährt sich also von krankmachenden Nahrungsmitteln, die nicht mehr dem Leben dienen, sondern schließlich die Krankheit und den Tod herbeiführen.“

 

In diesen von Max-Otto Bruker zusammengefaßten Worten zeigt sich seine Lebensaufgabe. Der Internist widmet sich mit unermüdlichem Einsatz, noch immer in seinem hohen Alter, der Erforschung der Krankheitsursachen und der ganzheitlichen Behandlungsmöglichkeiten. Seine Unterscheidung in lebens- und ernährungsbedingten Krankheiten war ein Novum, jedenfalls in dieser Terminologie und in dieser Zuordnung bzw. in dieser Verbindung miteinander. Während sich Freud, Adler und Jung hauptsächlich mit den psychischen Krankheiten befaßten und sich Kollath und Bircher-Benner insbesondere mit ernährungsbedingten auseinandersetzten, war es Bruker, der als erstes in dieser Intensität diese beiden Bereiche miteinander so verknüpfte, daß sie das Puzzle zur Leib-Geist-Seele-Einheit vollendeten. „Der Mensch ist in seiner Seele erkrankt und es zeigt sich in verschiedenen körperlichen Symptomen. In dieser Kette sind seine Fehlverhaltensweisen enthalten.“

 

1909 in Reutlingen geboren befaßte sich Bruker schon sehr früh mit unterschiedlichen Texten. Hahnemanns Homöopathie war für ihn ebenso eine spannende Lektüre wie Freuds Neurosenlehre. Da die Homöopathie eine Erfahrungsmedizin ist, scheute er sich nicht, diese und andere Behandlungsweisen als Militärarzt anzuwenden. Aber auch herkömmliche Maßnahmen zur Seuchenbehandlung standen an der Tagesordnung im und nach dem Krieg.  Bruker war erstaunlich  flinker Krisenarzt und hatte die Kriegsopfer reihenweise wegsterben sehen. Er wußte, was wirkliches Leid war.

 

Um so unbegreiflicher ist es für ihn, wenn sich die Menschen in dieser heutigen Wohlstandsgesellschaft in anderer Weise dahinraffen, indem sie Krieg in sich und mit sich selbst führen. Der junge Seuchenarzt wandelte sich rasch zum Arzt für seelische Krankheiten, als er nach dem Krieg Chefarzt der 1500 Betten-Klinik in Lembgo wurde. Am Krankenbett erforschte und beobachtete er die Seele der Patienten und versuchte sein studiertes Wissen mit der Praxis zu verbinden. Seine Frau und die 4 Kinder mußten auf den Vater, der oft 18 Stunden in der Klinik verbrachte, verzichten, seine Patienten berichten oft von einem außergewöhnlichem Einsatz, der ihm schließlich auch dieses enorme Wissen vermitteln konnte.

Als Klinik-Chef leitete er bis zu seiner Pensionierung 1991 dann einige biologische Krankenhäuser, zuletzt die von ihm gegründete und berühmt gewordene Klinik Lahnhöhe/ Lahnstein, die nun seine beiden Söhne fortführen.

Nach seiner praktischen Tätigkeit wollte Max-Otto Bruker, der noch im hohen Alter von 80 Jahren eine Honorarprofessur in Kiew annahm, sein Wissen institutionalisieren und gründete – einige Meter neben seiner Klinik auf der Lahnhöhe – das „Dr. Max-Otto Bruker-Haus für ganzheitliche Lebensweise“, in welchem er bis zu seinem Tod „Gesundheitsberater der Gesellschaft für Gesundheitsberatung e. V“. ausgebildet hat. Gerne flachste Bruker: „Wenn sie einmal besser ausgebildet werden wollen als die Ärzte im Medizinstudium, dann kommen sie zu mir in die Prüfung zum Gesundheitsberater GGB. Vorher pauken wir alles durch, so wie sie es einmal in der Schulzeit erlebt hatten!

 

In Fachdiskussionen ( wie z.B. in „Gesundheitsmagazin Praxis“ , ZDF) erlebte man stets einen munteren Wissenschaftler, der mit unbeirrbarer Klarheit seine jahrzehntelangen Erfahrungen messerscharf präsentierte und argumentierte, mit hintergründigen Erklärungen, die dem letzten Skeptiker einleuchten müßten. Seiner außergewöhnlichen pädagogischen Kunst, der sich die meisten Professoren viel zu selten bedienen, ist es zu verdanken, daß Bruker verstanden wird: Er vermag es, komplizierteste medizinische und psychologische Zusammenhänge allein durch das Wort der breiten Volksmasse verständlich zu machen. Seine Hörer, die sich bis in die letzte Reihe drängten, erlebten einen außergewöhnlichen Medizin-Pädagogen.

 

Brukers Lebenswerk kann natürlich nur in Ansätzen beleuchtet werde:

 

1. Lebensbedingte Krankheiten

 

„Der Mensch erkrankt immer als ganzes, nie an einer bestimmten Stelle: Meine beiden Standardbände „Lebensbedingte Krankheiten“ und „ Unsere Nahrung - unser Schicksal“ bilden eine Einheit! Jeder Band für sich könnte den Eindruck erwecken, als ob in einseitiger Weise im einen Fall die Nahrung und im anderen die Lebensumstände als Krankheitsursachen überbewertet würden.

Nur die Zusammenschau wird der Wirklichkeit des Lebens gerecht; seine Vielseitigkeit bringt auch eine Mannigfaltigkeit der Krankheitsursachen mit sich.“

(M.O. Bruker: Lebensbedingte Krankheiten, Lahnstein 1986, S.19 )

 

Als lebensbedingte Krankheiten faßt Bruker alle Erkrankungen zusammen, die mit der „Lebensführung des Menschen und seinen täglichen Erlebnissen zusammenhängen“ (vgl. ebd.).

Wie die Lebensnotwendigkeit uns zu Dingen führt, die zum Leben benötigt werden, zeigt der Begriff „lebensbedingt“, daß es auch vielseitige Umstände gibt, die krankmachen. Soll eine Krankheit ausgeheilt werden, dann geschieht dies nur, wenn die Ursachen erforscht werden und eben diesen Ursachen hat sich Max-Otto Bruker zeitlebens gewidmet. Dieser wesentliche Aspekt des Weges zur Heil-Werdung hat in der akademischen Ausbildung einen nur geringen Stellenwert, was man daran erkennt, daß nur Scheinursachen als Ursachen angegeben werden.

Brukers unzählige Beispiele dazu demonstrieren diese schier unglaubliche Feststellung. Z .B. wird ärztlicherseits beim Herzinfarkt als Ursache der erhöhte Cholesterinspiegel genannt, der doch eigentlich ein SYMPTOM ist und nicht die Ursache, denn diese ist in der Lebensführung zu suchen. So unglaublich es erscheint, so wahr ist Brukers Gedanke, daß die meisten Ärzte bei den meisten Krankheiten die eigentlichen Ursachen nicht kennen, weil es von der Hochschule nicht gelehrt wird.

So hat sich Bruker ein Leben lang auf die Suche nach den Krankheitsursachen gemacht und erstaunlich viel entdeckt, nicht zuletzt durch seine enorme praktische Tätigkeit, die eingangs beschrieben wurde.

In seinem Werk „Lebensbedingte Krankheiten“ bemüht sich Bruker, die seelischen Hintergründe zur Krank-Werdung eines Individuums als Prinzip zu verdeutlichen, wobei es weniger als Nachschlagewerk zu gebrauchen ist. Vielmehr soll das 360 -Seiten-Buch dem Leser verdeutlichen, welche Lebensbereiche, mögen sie auch noch so unbedeutend erscheinen, zur Krankheit, bis hin zum Tod führen.

Psychologische Grundprinzipien wie „Bewußtes als Gegenwärtiges“ und „Unbewußtes als Vergangenes“, „Elterliches Fehlverhalten“, „Sexualität“,  "Hemmungen und Komplexe“ u.v.m. präsentiert uns Bruker in moderner und klarer Sprache: „Soweit nun die Krankheitsursachen im täglichen Leben begründet liegen, bezeichnen wir diese Krankheiten als lebensbedingt. Zu dem Themenkreis gehört alles, was mit zwischenmenschlichen Beziehungen zu tun hat, im Einzelfall die Ehe und das Nichtverheiratetsein, Belastungen durch Erlebnisse aller Art, Folgen der Erziehung und der Formung durch den Beruf und den Zeitgeist usw. Als Niederschlag treffen wir auf ein Weltbild des einzelnen, das Endergebnis seiner in der Vergangenheit erworbenen Erkenntnisse." (Bruker, ebd. S.25)

 

In Freudscher Anlehnung spricht Bruker in seinen Worten die „Verdrängung“ aus:

Das eigenartige geht soweit, daß die Patienten mit ausgesprochenen ernährungsbedingten Krankheiten sich besonders nachhaltig gegen eine Umänderung der Ernährung wehren und dazu neigen, sich psychotherapeutisch beraten zu lassen, während umgekehrt Kranke mit ausgesprochen lebensbedingten Krankheiten sich gegen eine Lebensberatung (Psychotherapie) sträuben und ihr Heil oft in der Einhaltung strenger Diätformen suchen. Diese Beobachtungen sind so häufig, daß man fast von einer Regel sprechen könnte.“ (ebd. S.27)

 

So verdrängt man die eigentliche Realität und drückt sich um den „springenden Punkt“ im eigenen Leben herum: „Der Unwissende kann unbefangen seine Fehler fortsetzen, Wissen aber verpflichtet“ -(ebd., S.28)

 

Dr. Brukers wesentliches Ziel seiner pädagogischen Arbeit ist das Wecken einer Unterscheidungsfähigkeit häufiger (im Volksmund benutzter) Begriffe. Nur ein weiteres Beispiel soll zum Vertiefen seines Standardwerks animieren:

„Eine Krankheit kann nicht nervös bedingt sein (...) Es ist ganz einfach, das Durcheinander noch zu steigern, indem man zu dem Wort nervös noch den Ausdruck bedingt dazusetzt. Plötzlich (...) ist nun der Magen nicht mehr nervös, sondern nun ist die Magenkrankheit durch die Nerven bedingt. Nun sind also die Nerven die Ursache und es ist wiederum ganz offensichtlich, daß dies –wenigstens in manchen Fällen- eine verbrämte Ausdrucksweise für seelisch bedingt sein soll (...) neuerdings bürgert sich statt des vieldeutigen Eigenschaftswortes nervös der häßliche Ausdruck nervlich ein. Eine Krankheit kann niemals im strengen Sinne des Wortes nervlich bedingt sein, genauso wenig wie es eine hautlich, leberlich oder nierlich bedingte Krankheit geben kann. Denn nach dem Sprachgebrauch müßte man darunter verstehen, daß die Nerven (...) die Ursache der Krankheit wären (...) natürlich kann das betroffene Organ nicht die Ursache einer Erkrankung sein“.

(ebd., S.40-42)

 

2. Unsere Nahrung – unser Schicksal

 

Die Überschrift dieses Abschnitts, welche Brukers Bestseller Nr. 2 entnommen ist, zeigt in üblicher Schärfe ein Hauptproblem menschlichen „Schicksals“ auf. Die Nahrung die Bruker – in Ausarbeitung der Thesen seines großen Kollegen Prof. Dr. Werner Kollath – unterteilt in LEBENSmittel und NAHRUNGS-mittel, mißt er einen wesentlichen Anteil menschlicher Gesundheit bzw. Krankheit bei.

 

LEBENSMITTEL sind für den Organismus uneingeschränkt wertvoll zum Erhalten und Optimieren des Lebens und seiner biochemischen Vorgänge. Wer sich ausschließlich von Lebensmitteln ernährt, könne mit optimalen Funktionen seiner Organe rechnen, was in letzter Konsequenz auch zu einem langen Leben ohne Alterserkrankungen führe. Dabei wird natürlich vorausgesetzt, daß das Individuum frei ist von pathogenetischen Faktoren mit einer stabilen Psyche. Ist diese Grundlage gegeben, ist ein gesunder Organismus bis ins hohe Alter gegeben.

 

Kollath und Bruker gehen bei den LEBENSmitteln von lebendiger Nahrung aus, die selbst noch einen intakten Stoffwechsel aufweist und dadurch dem menschlichen Leben sehr dienlich ist. Z.B. sieht man an Zwiebeln und Kartoffeln, daß sie noch Wochen nach dem Einkauf leben, da sie treiben. Es fallen also unter die Lebensmittel frisches Gemüse und Obst, das lebt, solange es frisch, also genießbar ist und stirbt, wenn es verfault oder verschimmelt.

Selbst tierische Produkte zählen darunter, soweit sie lebendig sind, z.B. der Joghurt, die Rohmilch und im weitesten Sinn auch das Naturfett Butter.

Als Nahrungsmittel, die uns zwar nähren, aber über lange Zeit genossen, gefährliche Krankheiten erzeugen können, gelten alle fabrikatorischen Produkte, also Nahrung, die zwar häufig als Rohstoff der Natur entnommen wurde, aber chemisch so („fabrikatorisch“) verändert wurde, daß sie vom Körper nicht entsprechend verarbeitet werden kann. Dazu zählt der Zucker, die Margarine und sämtliche Konserven.

 

Je höher also in der täglichen Nahrung der Anteil der Lebensmittel ist, desto größer der gesundheitliche Nutzen. Umgekehrt: Je größer der Anteil an Fabriknahrungsmitteln, desto höher ist die Gefahr, von degenerativen Erkrankungen („Zivilisationskrankheiten“) heimgesucht zu werden.

 

Das Prinzip ist eigentlich einfach, wie Bruker auch behauptet: „Alles Große im leben ist einfach, die Einsicht vorausgesetzt.“ Das Weglassen der Fabriknahrungsmittel, indem man sie ersetzt durch Lebensmittel bringt oft auch bei chronischen Erkrankungen wesentliche Besserung, bzw. verhüten ernährungsbedingte Zivilisationskrankheiten.

 

Im einzelnen sollten folgende Fabriknahrungsmittel gemieden werden:

a) FABRIKZUCKER (alle Zuckerarten, die nicht mehr in der Frucht stecken: weißer/brauner Zucker, Ahornsirup, Traubenzucker, Fruchtzucker etc.) Jeder Zucker mit der Frucht ist gesund.

b) FABRIKFETTE ( alle fabrikatorisch gewonnenen Öle und Fette, also Margarinen mit gehärteten Fetten und

c) FABRIKMEHLE UND DEREN PRODUKTE (also weiße und graue Mehlprodukte = Auszugsmehle, Weiß- und Graubrot, weißer Reis etc.)

 

Kollath sprach in seinen wissenschaftlichen Ausführungen häufig von Mesotrophie, was man mit Teil- bzw. Halbernährung erklären kann. Wie beim Weißmehl vom vollen Korn Randschicht und Kern, in denen sämtliche VITAMINE UND MINERALSTOFFE enthalten sind, fehlen, es dadurch im Körper zum Schaden kommt, liegt bei allen SÄFTEN ein ähnliches Phänomen vor. Jeder Saft ist als Teilnahrungsmittel (es fehlt der Rest der Frucht) ein Störungsfaktor im menschlichen Körper, was man schon allein an den anschließend auftretenden Blähungen erkennt. Darum rät Bruker Magen – und Darmempfindlichen davon ab, Säfte zu trinken.

Ähnliche Konzentrate sollten bei bestimmten Krankheiten gemieden werden: die tierischen Eiweiße (Quark, Milch, Fisch, Fleisch etc.). Die Meidung der tierischen Eiweiße wird nicht bei jedem so streng empfohlen, wie die unter a) bis c) angegebenen Nahrungsmittel. Aber Allergiker, Rheumatiker und Artheriosklerosepatienten müssen auch damit ein wenig acht geben.

 

Der Ersatz für die Fabriknahrungsmittel ist bei Bruker schnell gefunden. Folgende Lebensmittel sollten täglich genossen werden:

 

a) FRISCHKOST (etwa 1/3 der Gesamtkost, also frisches Obst und Gemüse/ Salate etc.)

b) VOLLKORNPRODUKTE (Vollkornkuchen, Vollkornbrot,

Vollkornkekse mit Honig etc.)

c) NATUBELASSENE ÖLE UND FETTE (Olivenöl, kaltgepreßte, unraffinierte Öle, Butter, frische Sahne)

 

Je mehr man einer bestimmten Krankheit vorbeugen oder eine bestehende heilen möchte, desto größer sollte der Anteil an Frischkost sein. Die gesündeste Kost sei reine Frischkost, die Bruker als Heilkost bezeichnet. Um den Eiweißbedarf braucht man sich keine Sorgen zu machen, wenn man (falls man auf tierisches Eiweiß meiden möchte) zwei Sorten von Gemüse ist, das unter der Erde gewachsen ist und zwei, das über der Erde wächst: „Wenn man diese simple Regel beachtet, dann muß man sich um die Deckung des Eiweißhaushaltes keine Sorgen machen. Die moderne Ernährungswissenschaft kann inzwischen exakt nachweisen, wann man alle Aminosäuren zusammen hat.“ (M.O. Bruker: Live Vortrag: Erkrankungen der Bewegungsorgane, Lahnstein, 1990)

 

Am 6. Januar 2001 starb Dr. Bruker. Wer könnte die Schaffenskraft und das Charisma dieses Mannes eindringlicher beschreiben als sein langjährige Geschäftsführerin Ilse Gutjahr, die ganz persönliches zu seinem Tod formuliert: „Im August 1999 hielt Dr. Bruker zum letzten Mal am Mittwoch morgen von 10.3Oh bis 12.OOh den ‚Ärztlichen Rat aus ganzheitlicher Sicht‘ im großen Seminarraum. Witzig war er und schlagfertig – ganz der alte (...) Neun Monate vor seinem Tod, im Frühjahr 2000, zog sich Dr. Bruker ins Privatleben zurück. Zuvor noch ein Gang durch den Garten und durchs Haus. '‚s ist doch alles gesagt zwischen uns. Nun ist genug.‘ Mit diesen Worten bereitete er uns behutsam, aber eindringlich darauf vor, daß er gehen möchte. Früher dachte ich manchmal, wie schön es doch für ihn wäre, wenn er aus dem vollen Schaffen abgerufen würde von dieser Welt. Nun bin ich dankbar, daß er uns neun Monate Zeit ließ, uns mit Gevatter Tod vertrau zu machen. Alles, was ich wurde und bin, meine Gesundheit, mein Denken, das Vertrauen in die Zukunft (...) ich habe es Dr. Bruker zu verdanken, der das Positive aus mit herauslobte und väterlich herausliebte (...)die große Lektion für uns war sein Sterben. Kein Kampf, keine Angst, keine einzige Klage. Jeden Tag ein Lächeln. Dankbarkeit und Annehmen der Situation bis zum Schluß (...) Mathias Jung, Schwester Agnes und ich waren bei ihm (...) wir haben geweint und wir waren dankbar. Wir führen sein Lebenswerk fort. Unbeirrt.“ (Gutjahr, I.: Der Gesundheitsberater Extra 3/ 2001, S.3/4)

 

Dr. Bruker gab vor wenigen Monaten sein letztes großes Interview im „Gesundheitsberater“. Wie sollte man den Nachruf eines solchen Menschen besser beenden, als durch eigene Aussagen zum Ende seines Lebens, die kurz zusammengefaßt werden:

 

Ich bin deshalb so alt geworden, weil ich nicht aufgehört habe zu leben: Ich lebe nach Bruker. D. h. daß ich das beachte, was ich anderen empfehle. Bringt euer Leben in Ordnung! Ich persönlich esse keine Auszugsmehle, keine, keine Fabrikzuckerarten, keine Fabrikfette. Ich lasse keine Tiere für mich töten...ich übe mich – je länger je lieber – in Gelassenheit. Letzter Punkt ist wichtig, denn es gibt mindestens genauso viel lebensbedingte Krankheiten...Nein, ich habe keine Angst vor dem Tod. Mit jedem Jahr, das ich gesund älter werde, verringert sich die Möglichkeit des Krankseins, der Bettlägerigkeit, der Pflege, so daß meinem Sterben wohl kein langes Siechtum vorausgehen wird. Ich glaube nicht, daß mit dem Tod alles vorbei ist. Die Natur, alles Lebendige, ist der Beweis eines schöpferischen, ordnenden Prinzips. Auch nach dem Tod bleiben Seele und Geist vereint....Ich habe das Leben immer als große Aufgabe gesehen, die ich zu erfüllen habe. Damit habe ich auch die ärztliche Pflicht erfüllt, den Kranken ein Vorbild zu sein.

(M.O. Bruker, Der Gesundheitsberater, 4 – 2000)

 

R.R.

 

Literatur: (Auswahl):

 

- M.O. Bruker: Unsere Nahrung - unser Schicksal, Ursachen, Verhütung und Heilbarkeit ernährungsbedingter  Zivilisations-krankheiten Lahnstein 1986, Neuauflage 2000

- M.O. Bruker: Lebensbedingte Krankheiten, Lebenskrisen bewältigen – Krankheitsursachen vermeiden, ebd.

- M.O. Bruker: Zucker, Zucker: Krank durch Fabrikzucker, ebd.

- M.O. Bruker: Leber-, Galle-, Darm- und Bauchspeicheldrüsener-krankungen, ebd.

- M.O. Bruker: Diabetes, Die Zuckerkrankheit-Ursachen und biologische Behandlung, ebd.

- M.O. Bruker: Rheuma – Ursache und Heilbehandlung

- M.O. Bruker: Idalgewicht ohne Hungerkur, ebd.

- M.O. Bruker: Störungen der Schilddrüse, ebd.

- M.O. Bruker: Allergien müssen nicht sein, ebd.

- M.O. Bruker/ I. Gutjahr: Biolo-gischer Ratgeber für Mutter und Kind, ebd.

- M.O. Bruker/ I. Gutjahr: Krampfadern, schnelle und dauerhafte Behandlung, ebd.

- M.O. Bruker/ B. Sandler: Vollwerternährung schützt vor Viruserkrankungen, Am Beispiel einer  Kinderlähmungsepedemie offenbart sich das Drama der Gesundheitspolitik, ebd.

- M.O. Bruker/ M. Jung: Der Murks mit der Milch., Gesundheitsgefährdung durch Milch, Genmanipulation und Turbokuh, Vom Lebensmittel zum Industrieprodukt, ebd.

 

(alle Bücher im E.M.U.-Verlag erhältlich: Dr.-Max-Otto-Bruker-Str.3, 56112 Lahnstein)

 

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