Warum das RBB-Inforadio aus der Hauptsstadt in Wahrheit ein Sportsender ist

Warum das RBB-Info-Radio in Wahrheit ein Sportsender ist -

und das auch noch finanziert durch die verpönten GEZ-Gebühren

 

 

Von Armin Arents

 

 

Und wieder sollen sie steigen, die GEZ-Gebühren. Es ist bald unübersichtlich, wieviel Foren es von Usern und Rechtsanwälten, bzw. Rechtsberatungsstellen zum Thema GEZ ( verharmlost: „Der Rundfunkbeitrag“)       gibt (, die es ja eigentlich gar nicht mehr geben soll und nach der Umbenennung ausschließlich als GEZ im deutschen Volk weiter firmiert).

 

Keiner geht auf die Straße, niemand beschwert sich wirklich so deutlich, daß die Geld gierigen Öffentlich-Rechtlichen Rundfunkanstalten in Deutschland einmal zusammenzucken, um den Irrsinn nicht mehr weiter zu betreiben. In keinem Land der Welt sind sie so hoch und nirgends werden sie so rigide eingetrieben wie in Deutschland, dem Land mit den zweithöchsten Steuern auf der Welt. Auch dieses wäre ein Thema einer Kolumne o.ä. wert.

 

Und mit diesem Geld wird auch noch ( also zwangsweise ) ein „Berliner Sportsender“ finanziert, der aber nicht als solcher ausgewiesen ist. Das RBB-Info-Radio wird zumindest anfänglich von Nutzern eingestellt, die keine Lust auf ihnen vorservierte Musik haben, denn nicht jeder Musiktitel ist jedermanns Geschmack.

Wer also hauptsächlich an Informationen zum Tage, politischer, kultureller, medizinischer, heimatlicher etc. Natur interessiert ist, dem fällt automatisch in Berlin das RBB-Info-Radio, gesendet vom Gebiet des langjährigen SFB an der Masuren-Allee ein. Die Macher im Pavillon des RBB-Info-Radios schauen auf den ehemaligen Adolf-Hitler-Platz, auch zwischenzeitlich Reichskanzler Platz benannt und heute selbstverständlich links-entschärft Theodor-Heuss-Platz heißt. Dort sehen die RBB-Info-Radio-Macher auf den sagenumwobenen blauen Obelisken der Berliner Künstlerin (Hon.-Prof.) Hella (de) Santarossa.

 

Man hört eigentlich gerne die Stimmen der Sprecher, Redakteure und Ressortfachleute z. B. von Gerd Dehnel, Marie Asmussen, Harald Asel, Ute Büsing, Anke Arndt, Miriam Berger, Johannes Frewel, Irina Grabowski, Norbert Hansen, Jens Lehmann, Sabine Lüders, Sabina Matthay, Dominik Lenz, Heiner Martin, Annette Miersch, Thomas Prinzler, Thomas Rautenberg, Oliver Rehlinger, Dietmar Ringel, Sabine Roth, Sebastian Schöbel, Klemens Schulze, Alexander Schmidt-Hirschfelder, Birgit Röhricht, Alexander Soyez, Leon Stebe, Karin Spinler, Sylvia Tiegs, Andre´ Tonn, bis hin zu Renee´ Zucker ( sie leider nur immer „100 Minusten“).

Auch wunderbare Stimmen haben Lars Becker, Thomas Hollmann, Thomas Kroh und Guido Ringel.

 

Dem RBB-Info-Radio-Hörer kommt es allerdings so vor, als ob die sympathischen letztgenannten, die nämlich für den „Sport“ verantwortlich zeichnen , das gesamte Inforadio dominieren, ganze 24 Stunden lang. Mit ihnen natürlich die zahlreichen temperamentvollen Stadion-Reporter. Am Sonnabend schalte ich schon gar nicht mehr das RBB-Info-Radio ein, da wirkt es - bis auf die Nachrichten – wie ein kompletter Sportsender.

 

RBB-Info-Radio als reiner Sportsender jeden Samstag

 

 

Gerade am Wochenende, wenn man endlich genüßlich das RBB-Info-Radio genießen will und sich über Berlin in der Gesamtheit und auch über die Welt informieren möchte, geschieht etwas schreckliches, geradezu unbegreifliches: man wird fast den ganzen Tag mit Sport, dabei insbesondere mit „Fußball“ berieselt. Man hört es schon an der Intonation, daß es der Sonnabend ist, lautes Brüllen, Stimmen. die hoch und runtergehen und der Hörer weiß: Aha, der Sportsender ist wieder da....

 

Nicht daß die letztgenannten Fachleute schlechte Arbeit leisteten, aber der Hörer fragt sich nach der Themengewichtung. Warum ist das RBB-Info-Radio ein Sportsender geworden, in jeder Stunde während der Woche um ca. 20 nach voll und am Sonnabend ganztägig, leider sogar am Sonntag manchmal ebenfalls dominant. Möchte man da nicht lieber mehr Kultur oder Politik hören?

Gerade für eine Zeitschrift wie die unsrige, die sich mit Medien analytisch, psychologisch, pädagogisch und kritisch auseinander setzt, werfen sich Fragen auf....

 

 

Wie wäre es, wenn der Chefredakteur Christoph Singelnstein und die neue Intendantin des RBB Patricia Schlesinger aus dem gefühlten Sportsender RBB-Info-Radio einen gefühlten Kultursender oder Politiksender machen würden...? Es ist verwunderlich, daß Dagmar Reim, die Vorgänger-Intendantin dies zuließ. Sowas wäre unter beispielsweise Lothar Löwe nicht möglich gewesen. Es ist höchste Zeit, gerade im Zeitalter der erneuten Erhöhung der GEZ-Gebühren, dieses zu verändern, also zu verbessern. Berlin besteht nicht nur aus Fußball-Fans.

 

Armin Arents (AA)

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Kommentare: 2
  • #1

    Erich Weigert (Sonntag, 02 Juli 2017 05:33)

    Tipp für den Samstag: Schalten Sie den "Sportsender" RBB-Inforadio am besten gar nicht mehr ein, es sei denn, Sie sind extremer Sport- bzw. Fußballfan, sondern schalten Sie gleich die große Konkurrenz ein: das Deutschlandradio im RIAS-Gebäude.
    So mache ich es jedenfalls. Die Sport-Dominanz im Inforadio im RBB ist wirklich kaum erträglich.
    Herr Christoph Singelnstein, bessern Sie bitte nach ! Nicht jeder Berliner ist so sportbesessen!

  • #2

    Petra Degen (Sonntag, 09 Juli 2017 02:06)

    Mein Vorgänger schreibt: " Nicht jeder Berliner ist so Sport besessen" -
    Ich würde sogar behaupten: DIE WENIGSTEN BERLINER SIND SO SPORTBESESSEN wie es der Chefredakteur des Inforadios im RBB mit seiner übermäßigen Sportpräsenz deklariert. Ich ärgere mich über meine GEZ-Gebühren, besonders, wenn ich das Info-Radio, das kein Info-Radio, sondern ein Sportradio ist, anstelle. Darum stelle ich es nicht mehr an, schon gar nicht am Wochenende.