Theos - Ein Künstlerporträt

(Prof. Dr.) THEOS (Sijrier)

Geboren am 27.12. 1947 in Rotterdam


Von Georg Priglinger

 

Theos ist ein großer schlanker Mann von internationalem Renomme´, feingliedrig mit sinnlichen Lippen und feurigen Augen. Und doch scheint er durchsichtig, gläsern, zerbrechlich. Die Frauen lieben seine exzentrisch - elegante Ausstrahlung, seinen Charme seinen Humor und Esprit. Und er liebt die Frauen, siebenmal verheiratet, sechsmal geschieden, einmal verwitwet, mehrere Kinder und immer auf der Suche nach der Richtigen.


Er lebte jahrelang ein exzessives, rastloses Leben auf der Überholspur. Frauen, Alkohol und Drogen gehörten genauso dazu wie seine Kunst. Er schlitterte knapp am gesellschaftlichen Absturz vorbei in dem so mancher prominente Zeitgenosse geriet (Immendorf, Friedmann, Konstantin Wecker……).


Gottes Wege sind oft seltsam wenn es um die Rettung eines Menschen geht. Sein Kampf gegen einen schweren Lungenkrebs holte ihn 1997 aus diesem Teufelskreis heraus. Ab 1998 begann für ihn eine meditative Zeit in einem Hindu-Kloster in Bali wo er regelmässig einen Schamanen aufsuchte, der erfolgreich seine Abwehrkräfte aktivierte.

Aber der Kampf dauerte lange, erst im Dezember 2007 kam die endgültige gesundheitliche Wende.


Im Januar 2008 lernte Theos den Direktor von EAM (European Art Management) Davor Istvaníc kennen. Istvanic war sofort von Theos Arbeiten begeistert und überzeugt und übernahm in Folge persönlich sein Management. Er fördert ihn finanziell und mit kreativem Sachverstand, wo er nur kann.


Theos bekam neuen Lebensmut, neue Energie und schuf viele neue Bilder die seine frisch gewonnene Lebenskraft großartig wiedergeben. Sein Umgang mit dem Laster wurde jetzt vernünftiger, wenn auch nicht gänzlich überwunden. Ein gutes Glas Rotwein zur Inspiration schätzt er immer noch sehr.


Das Bild hat sein Zentrum in sich…….. Worauf kommt es doch an? Nicht auf die entseelte blöde Szene, nicht auf das Objekt, sondern - auf mich, auf mich, auf mich und nichts weiter !(Alfred Döblin 863-1928 - Der Sturm, 3.Jg. Mai 1912 Nr.110 - Die Bilder der Futuristen)


Theos und seine Kunst erwarten vom Betrachter der Werke, sie nicht nur mit den Augen eines Kunstgourmets wahrzunehmen sondern in erster Linie mit der Seele. Es geht um das emotionale Aufspüren der Welt hinter den Dingen. Der Künstler hat nicht nur die eine Dimension, die Fläche, sondern genau so viel, als ihm sein Gefühl und seine Phantasie gewährt und Theos bekommt wohl von beiden so einiges gewährt.

Man sollte das Freiheitsgefühl des Schaffenden kennen und nachempfinden, in der sich alle Kunstwerke rechtfertigen.


Freiheit ist der Wesenskern der Kreativität (Joseph Beuys).


Bei Theos ist und wird alles zur Kunst, sein eigenes Leben und auch Leiden manifestiert sich in seinem Sein und Wirken. Möglicherweise ein Zustand der sich am ehesten berauscht, von was auch immer, ertragen lässt. Grenzen werden überschritten um neue geistige Projektionsflächen zu schaffen.


Action Painting (der Begriff wurde in den fünfziger Jahren durch Jackson Pollock geprägt,) fasst auch den Prozess der Entstehung eines Kunstwerks als Kunstwerk auf. Ein Publikum ist zugegen, wenn das Werk entsteht und alles ist eine Handlung und ein Teil des Ganzen. Die Resultate wiederum sind nur Teile, Entwürfe eines unendlichen Kunstwerks das nur der Tod beendet.

Vielleicht wäre Theos ein erfolgreicher niederländischer Kaufmann geworden, hätte ihn nicht seine Mutter, selbst Kunstsammlerin, im zarten Alter von sechs Jahren, anlässlich einer Amerikareise, drei Jahre vor dessen Tod, mit Jackson Pollock zusammen gebracht. Ab diesen Moment stand sein zukünftiger Lebensweg, sehr zum Missfallen seines Vaters fest.

 

Er wollte nur noch Künstler sein!


Als Theos im Jahre 1971, nach seiner Ausbildung in Rotterdam und Antwerpen, in New York eintraf, und dort sein erstes Atelier einrichtete und Willem de Kooning zunächst in der Cedar Tavern (ein Künstlertreff) und später in Springs, East Hampton auf Long Island begegnete, aus diesen Begegnungen entwickelte sich sehr schnell eine tiefe Freundschaft, arbeitete er bereits ganz im Stile des Abstrakten Expressionismus und des Action Paintig. Zwischenzeitlich hatte sich der Abstrakte Expressionismus, insbesondere aufgrund der „Documenta II“ im Jahre 1958, durchsetzen und Anfang der sechziger Jahre zur international führenden Stilrichtung entwickeln können.

 

Mit der Gewissheit, endgültig das Terrain der reinen malerischen Abstraktion erobert zu haben, die Einheit von Gleichzeitigkeit und Vielheit durch „Entmaterialisierung“ gestalten zu können und wie de Kooning über Cezanne sagte´, zu wissen, dass das Bild immer die Gestaltung eines Mikrokosmos des Ganzen ist, den man nicht sehen sondern fühlen solle, ging Theos 1973 nach Deutschland. Mit kurzen Unterbrechungen hielt er sich in Düsseldorf auf und setzte sich dort mit Joseph Beuys konzeptionellen Vorstellungen und Werken auseinander. Gemeinsam mit dem Beuys-Schüler Anatol schuf er mehrere Envirements, die auf den Rheinauen installiert wurden.

 

 

Neben Beuys künstlerischer Gestaltungskraft von der seine Zeichnungen, Envirements und Installationen Zeugnis ablegen, war es Beuys erkenntnistheoretisches System, das Theos anzog. Durch Vereinfachung Erweiterung schaffen und durch künstlerische Gestaltung Einsichten zu initiieren, die durch Rationalität und Sprache nicht gewonnen werden könnten, darin bestand die Aufgabe, mit dem Ziel, den Materialismus zu überwinden, der als Synonym gebraucht wurde, für den der Natur und seiner selbst entfremdeten Menschen.


Aus der von de Kooning und Theos auch während seines Schaffens in Düsseldorf gepflegten Freundschaft und der Grundüberzeugung die sie verband, dass die Malerei ausschlisslich um ihrer selbst willen, die Gestaltung von Raum durch Form, Farbe und Licht zu betreiben hatte und der Einsicht, dass sich der menschliche Körper der Landschaft und die Landschaft dem Menschlichen Körper anverwandle, entwickelte sich im Laufe der Zeit das Bedürfnis nach einer Zusammenarbeit, die 1975 in der Schaffung zweier Tryptichone „Rotterdam - New Yorck“ (Mischtechnik auf Leinwand, 200 x 600 cm)Ihren Höhepunkt fand. Dabei verstanden beide Künstler „Raum“ im Sinne der transzendentalen Ästhetik Kants, als Bedingung der Möglichkeit von Erscheinung, mithin auch der Erscheinung von Malerei. Theos Hommage an die Philosophie Immanuel Kants begleitet seinen gesamten künstlerischen Schaffensprozess, findet aber erst im Jahre 2004 Ihren direkten Ausdruck in dem Gemälde „Kant´s Spirit“.


In New York erfolgreich und in seinen künstlerischen Grundpositionen gefestigt, kehrte Theos 1988 nach Europa zurück, arbeitet seitdem mit vorliebe auf grossen Hartfaserplatten oder Leinwänden, die er, wie Pollock auf dem Boden ausbreitet, um den Widerstand der harten Oberfläche zu spüren, während die Malfläche als Aktionsfläche fungiert auf der sich künstlerisches Handeln ereignet. Theos arbeitet auch medienübergreifend mit Musikern, Schauspielern und Tänzern zusammen und hat so das Action Painting zur interaktiven Performance erweitert.

2002 erhält Theos eine lebenslange Gastprofessur an der Columbia Universität N.Y. City, FB. Freie Kunst.


2006 erhält er eine Gastprofessur an der Akademie Riga anlässlich einer Einzelausstellung mit Action Paintig, die vom Niederländischen Botschafter eröffnet und in höchsten Tönen gelobt wurde.


Arbeiten von Theos befinden sich in Besitz des Niederländischen Königshauses, des Museum of Modern Art (San Francisco), des Clemens-Sells Museum, des Winckelmann Museum, des Rechtshaus Erfurt, dazu kommen noch viele private Sammler.


Eine Literarische Beschreibung von Theos Bildern entnehmen sie bitte dem Internet. Prof. Dr. Wilhelm Gauger hat anlässlich einer Ausstellung am 19.11. 1998 in der Galerie Hülsch in Berlin einen exzellenten Vortrag zu Theos Werk verfaßt.

 

Georg Priglinger

 

http://www.theos.deluxe-book.com/

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Siegfried (Dienstag, 16 Mai 2017 04:17)

    Sehr geehrter Herr Dr. Georg Priglinger,
    Könnten sie dem Leser freundlicherweise neue Informationen geben, was Prof. Theos Sijrier heute macht?
    Man findet nichts im Internet über ihn.
    Mit Grüßen S.

  • #2

    Susanna Schulten (Donnerstag, 01 Juni 2017 03:15)

    Wunderbarer Artikel.